|
Wissen besitzt im Islam eine hohe Bedeutung
Der Mensch wird am Tag der Auferstehung für seine Taten, d.h.
Aussagen wie Handlungen, zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Gläubige ist verpflichtet, die religiösen Handlungen
zu verrichten und sich und andere vor Sünden zu schützen
bzw. diese zu vermeiden!
Dieses grundlegene Prinzip,
für sich selbst wie auch für Mitmenschen, das Gute
zu gebieten und das Schlechte zu verbieten, beschreibt den wertvollen
Charakter, mit dem ein Muslim beschrieben werden kann und den er
zu erreichen bestrebt ist.
Menschen machen Fehler,
auch Gläubige, und teilweise sehr schwerwiegende.
Das Ziel einer einwandfreien Lebensführung erfordert ein hohes
Maß an Disziplin, Engagement und Leistung.
Vielseitige Widerstände, die das Leben immer wieder bereithält,
erschweren den Weg, dieses zu erreichen.
Notwendige Grundlage,
um im islamischen Sinne richtig zu handeln, ist daher das Wissen
über die Regeln und Urteile - damit fängt die
Arbeit an!
Aus eurer Mitte soll eine Gemeinschaft (von Wissenden) entstehen,
die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Verwerfliche
verbietet...
('Ali ^Imran, 104)
Der Quraninterpret Abu
Hayyan Al-Andalusi (verst. 754 d.H.) schreibt in seinem Werk
"An-Nahru-l-Mad" hinsichtlich dieses Verses:
Mit der Gemeinschaft
sind jene angesprochen, die fähig sind, das Rechte zu gebieten
und das Verwerfliche zu verbieten, nämlich diejenigen, die
Wissen über das Rechte und das Verwerfliche besitzen.
Wie soll der Unwissende
hier angesprochen sein oder dies auch nur in Angriff nehmen können?
Womöglich gebietet er das Verwerfliche und verbietet das
Rechte.
Ibn Rislan schreibt in seinem bekannten Werk "Matnu-z-Zubad":
...und bei jedem der
unwissend handelt sind die Handlungen unvollständig und zurückzuweisen.
Wissen ist daher eine Voraussetzung für richtige und
sichere Ausführung von Handlungen und Aussagen!
Der Gesandte, der Frieden und Segen Allahs seien mit ihm, sah einem
Beduinen beim Gebet zu.
Nachdem jener das
Gebet verrichtet hatte, wandte er sich dem Gesandten zu und grüßte
ihn;
dieser erwiderte den Gruß und fügte hinzu:
Bete, denn du hast nicht gebetet!
Der Beduine befolgte
die Anweisung und kehrte danach wieder zum Gesandten zurück.
Dieser sprach ein zweites Mal:
Bete, denn du hast nicht gebetet!
Der Beduine befolgte
wiederum die Anweisung und kehrte danach wieder zum Gesandten zurück.
Dieser sprach ein drittes Mal:
Bete, denn du hast nicht gebetet!
Der Beduine sagte: Ich
schwöre bei Dem, Der dich mit der Wahrheit entsandt hat, dass
ich es nur auf diese Weise vermag.
Daraufhin wandte sich
der Gesandte zu seinen Gefährten und sprach:
Leitet euren Bruder recht! (d.h.: Lehrt ihn, richtig zu beten!)
(überliefert von Al-Bukhari in seinem Sahih)
Dieser Vorfall ist ein Hinweis dafür, dass Handlungen nach
ihren Vorschriften vollzogen werden müssen und diese zu erlernen
sind.
Aus dem Lernen resultiert
die Fähigkeit zwischen dem Richtigen und dem Falschen, dem
Guten und dem Schlechten usw. unterscheiden zu können.
Der hohe Stellenwert des Wissens wird auch durch folgende Aussage
des Gesandten deutlich:
Oh, Abu Dharr, wenn
Du einen Vers aus dem Qur'an lernst, ist die Belohnung für
Dich größer, als wenn Du 100 Gebetseinheiten (Ruk^a)
von den freiwilligen Gebeten verrichtest;
und wenn Du ein Kapitel (Bab) des islamischen Wissens lernst, so
ist es besser für Dich, als 1000 Gebetseinheiten (Ruk^a) von
den freiwilligen Gebeten.
(von Ibn Majah überliefert)
Zainu-l-^Abidin erhielt den Beinamen As-Sajjad, der sich häufig
Niederwerfende, da er am Tag 1000 Gebetseinheiten freiwillig, in
Demut und korrekter Ausführung zu beten pflegte.
...und wer macht dies
heutzutage?
Beispielsweise das Kapitel
über die Teilwaschung (Al-Wudu') und ihre Bestandteile lässt
sich in 30-45 Minuten erlernen -
siehst Du, wie leicht der Weg ist, Gutes für sich vorauszuschicken!
Ali Ibn Abi Talib, der vierte Khalif und meistwissende unter den
Gefährten des Gesandten, hatte einen besonderen Schüler,
Kamil Ibn Ziad, den er mit zu einer Grabstätte nahm.
Er holte dort tief Luft, um ihm viele Ratschläge zu geben,
darunter folgenden:
Das religiöse
Wissen ist besser als das Geld!
Das Wissen bewacht dich, wohingegen du das Geld bewachst!
Das religiöse Wissen besitzt also einen höheren Stellenwert
als das weltliche Wissen!
Aufgrund verschiedener Umstände ist bei vielen Gläubigen
der Alltag eher durch weltliche Dinge geprägt.
Fange damit an, einen
Teil des Aufwandes, den Du in jene weltliche Angelegenheiten steckst,
durch das Erlernen des religiösen Wissens zu ersetzen.
Entwickle daraus dann
eine Handlungsweise, die Dich einem islamischen Alltag näher
bringt, und mache es Dir zur Gewohnheit, das Wohlgefallen von Allah
erlangen zu wollen.
Dies stärkt und
festigt Deinen Iman.
Danach fallen Dir die
Pflichten und freiwilligen Taten leichter.
Und dieses stärkt
dann wiederum Deinen Iman, Insha'Allah!
Wir bitten Allah ta^ala unseren Iman zu vervollkommnen und uns
die Kraft zu geben,
das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten. Amin!
|